Forschungs-und Innovationsbericht der Landeshauptstadt München 2025
Vorwort
Mit großer Freude präsentiere ich die aktuelle Auflage des Forschungs-und Innovationsberichtes der Landeshauptstadt München. In diesem Bericht zeigt die Stadtverwaltung, wie sie aktiv zum Innovationsstandort München beiträgt und welche Maßnahmen und Projekte sie im vergangenen Jahr angestoßen und umgesetzt hat. Ich bin überzeugt, dass Sie, ebenso wie ich als neuer Referent für Arbeit und Wirtschaft, von der umfassenden Gesamtschau profitieren werden: Es finden sich für jede und jeden eine Vielzahl an Anknüpfungspunkten und wertvolle Informationen über die Arbeit und das Aufgabenspektrum der Stadtverwaltung.
Transparenz ist mir ein wichtiges Anliegen. Es ist entscheidend, dass wir nicht nur Gutes tun, sondern auch unsere Arbeit und die erzielten Ergebnisse offen kommunizieren. Nur so erhalten interessierte Bürgerinnen und Bürger einen Einblick in die Leistungen ihrer Stadtverwaltung. Ebenso finden Unternehmen, Gründerinnen und Gründer sowie städtische Partner neue Anknüpfungspunkte für zukünftige Kooperationen. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir nur durch enge Zusammenarbeit sowohl innerhalb als auch außerhalb der Stadtverwaltung -neue Lösungswege für die urbanen Herausforderungen finden können.
Darüber hinaus freut es mich, dass auch die Themen Forschung und Bildung im weitesten Sinne in diesem Bericht Platz haben. Für eine florierende Wirtschaft brauchen wir gut ausgebildete Talente genauso wie erfahrene Fachkräfte. Um aktuelle Transformationsprozesse in Bereichen wie Digitalisierung (Stichwort: Künstliche Intelligenz), Mobilität sowie nachhaltiges Wirtschaften erfolgreich zu gestalten, sind ein aktueller Wissensstand und ein gemeinsames Verständnis aller Beteiligten unerlässlich. Und um Lösungen für alle Münchnerinnen und Münchner entwickeln zu können, benötigen wir inklusive Entwicklungsteams und Herangehensweisen.
Das Referat für Arbeit und Wirtschaft vereint bereits im Namen die beiden wesentlichen Aspekte, die für Innovationen erforderlich sind: die kreativen, neuen Ideen, die in den Köpfen der Menschen geboren werden, sowie deren unternehmerische Umsetzung, damit Bürgerinnen und Bürger einen Nutzen davon haben. Und nicht zuletzt braucht es eine effiziente Stadtverwaltung ohne hemmende Bürokratie. Mit vollem Engagement setzte ich mich in diesem Kontext für die weitere Innovationsförderung ein.
Dr. Christian Scharpf
Referent für Arbeit und Wirtschaft
Einleitung
Zur Dokumentation der innovativen Maßnahmen und Projekte, die von der Stadtverwaltung umgesetzt werden, hat der Ausschuss für Arbeit und Wirtschaft im Jahr 2011 die Erstellung eines jährlichen „Forschungs- und Innovationsberichts der Landeshauptstadt München“ beschlossen. Der Forschungs- und Innovationsbericht 2025 bietet einen umfassenden Überblick über die Forschungs- und Innovationsvorhaben, die im Jahr 2024 in den Referaten der Landeshauptstadt München, den Eigenbetrieben und den Beteiligungsgesellschaften initiiert und umgesetzt wurden.
Der Bericht ist entlang wichtiger Kernthemen der Landeshauptstadt München in die Kapitel „Digitalisierung“, „Smart City“, „Stadtgesellschaft“, „Mobilität“ sowie „Nachhaltigkeit und Umwelt“ gegliedert. Die vorgestellten Projekte und Initiativen betreffen jedoch oft mehrere Bereiche, da in vielen Fällen integrierte Ansätze verfolgt werden, um die ambitionierten Ziele zu erreichen.
Das Kapitel Digitalisierung gibt einen Einblick, wie die Digitalisierung in unterschiedlichen Referaten, Eigenbetrieben und Beteiligungsgesellschaften weiter voranschreitet. Ziel ist es einerseits, Münchnerinnen und Münchnern sowie Unternehmen einen einfacheren Zugang zu städtischen Dienstleistungen zu ermöglichen und deren Benutzerfreundlichkeit stetig zu verbessern. Andererseits werden durch die zunehmende Digitalisierung interne Prozesse weiter optimiert und beschleunigt. Dies kann zum Beispiel durch die Verknüpfung von Fachdaten mit Geodaten erreicht werden, wie sich unter anderem beim neu entwickelten Quartiersentwicklungstool oder im Kanalbetrieb der Stadtentwässerung zeigt. Auch der wichtige Trend Künstliche Intelligenz (KI) wird im Kontext der städtischen Vorhaben immer stärker sichtbar. Dabei haben die festgelegten Grundsätze für den verantwortungsvollen Umgang mit dieser Technologie sowie mit Daten allgemein einen hohen Stellenwert.
Im Kapitel Smart City liegt der Fokus auf der Förderung von Innovationen, die bestehende Services der Stadt intelligent ergänzen. Die Bandbreite der Themen
erstreckt sich von Mobilität über Geodaten und den Digitalen Zwilling bis zur Fachkräftesicherung. Dabei spielt die Pilotierung innovativer Lösungsansätze im Rahmen des Innovationswettbewerbs der Landeshauptstadt München oder bei Innovationsprojekten wie „Spot“ eine bedeutende Rolle. Ebenso wichtig sind der Aufbau und die Pflege von Netzwerken, die relevante Akteure zusammenbringen, um gemeinsam Innovationen initiieren und umsetzen zu können. Nicht zuletzt ist die Erprobung innovativer (Bürger-)Beteiligungsformate entscheidend, um eine niedrigschwellige, interaktive Kommunikation rund um neue (Innovations-)Maßnahmen wirksam zu unterstützen.
Das Kapitel Stadtgesellschaft zeigt auf, wie die Landeshauptstadt München ihre Bürgerinnen und Bürger bei der Stadtentwicklung stets im Blick hat: Sie verfolgt
aktiv die Ziele der Inklusion und Teilhabe, informiert dazu in innovativen, interaktiven
Formaten und regt zur Beteiligung und Mitgestaltung im Rahmen der Stadtentwicklung an. Das Projekt „Creating NEBourhoods together“ veranschaulicht beispielhaft, wie ein Stadtviertel – hier: Neuperlach – zu einem lebendigen Reallabor werden kann. Aber auch schwierigen Themen wie der Vergangenheitsbewältigung der Stadtsparkasse München wird in diesem Kapitel Raum gegeben.
Welche aktuellen Ansätze die Landeshauptstadt München verfolgt, um die Transformation zu einer zukunftsfähigen und sicheren Mobilität zu gestalten, wird im Kapitel Mobilität dargelegt. Im Fokus stehen unter anderem innovative Methoden, um das Mobilitätsverhalten von Verkehrsteilnehmenden in München und aus dem Umland nachhaltig zu verändern. Ebenso werden technische Innovationen vorgestellt, die das Reisen – sowohl lokal und regional im öffentlichen Nahverkehr und mit Sharing-Angeboten als auch international am Münchner Flughafen – bequemer, effizienter und möglichst automatisiert gestalten. Im Wirtschaftsverkehr werden nachhaltige Zustellungsroutinen für die letzte Meile erprobt und bewertet. Zudem werden die Potenziale für eine verbesserte Aufenthaltsqualität durch Veränderungen im öffentlichen Straßenraum erlebbar gemacht. Die Beschreibung spezieller Angebote für
Kinder und Jugendliche, die für das Thema „Nachhaltige Mobilität“ sensibilisieren
und fortbilden, rundet das Kapitel ab.
Abschließend widmet sich der Bericht dem Bereich Nachhaltigkeit und Umwelt. Hier werden verschiedene Maßnahmen und Projekte vorgestellt, die darauf abzielen, die städtischen Klimaschutzziele zu erreichen. Es werden vielversprechende Lösungsansätze präsentiert, die einerseits Stromverluste senken und andererseits die Potenziale der Photovoltaik ausschöpfen. Weiterhin gibt es spannende Einblicke in konkrete Projekte, die darauf abzielen, den Ressourcenverbrauch im Baubereich zu optimieren. Dazu zählt zum Beispiel die sogenannte Pfahlprobebelastungskampagne, die auf eine verbesserte Kenntnis des Münchner Baugrunds abzielt, um den Materialverbrauch im Bauwesen zu reduzieren, oder das Pilotprojekt zur Verwendung von Lehmbauelementen zur Schonung natürlicher Ressourcen. Mindestens genauso wichtig sind allerdings Maßnahmen zur Fachkräftesicherung und -qualifizierung, damit auch künftig der nachhaltige Bau vorangeht.
Hinweis:
In dieser Publikation haben wir aufgrund der Barrierefreiheit auf die Verwendung des Gendersterns * oder Gendergaps zur Symbolisierung der Vielfalt aller unterschied-lichen Geschlechtsidentitäten verzichtet und nur neutrale, weibliche und männliche Formen verwendet. Dennoch sind hier alle Menschen mitgedacht und angesprochen.
Digitalisierung
Innovation und Digitalisierung sind eng miteinander verbunden. Auch in der Landeshauptstadt München findet der Einsatz Künstlicher Intelligenz zunehmend Anwendung. Zudem werden die Möglichkeiten vernetzter Daten und Prozesse genutzt, um die Effizienz der städtischen Dienstleistungen zu steigern und die Kundenfreundlichkeit zu verbessern. Im Folgenden wird eine Auswahl digitaler Projekte präsentiert, die im Jahr 2024 in der Stadtverwaltung vorangetrieben wurden. Einen Gesamtüberblick über den Fortschritt der städtischen Digitalisierungsstrategie bietet der sechste Digitalisierungsbericht des IT-Referats, der im April 2025 veröffentlicht wurde.
Strategische Positionierung zu Künstlicher Intelligenz
Grundlagen zum verantwortungsvollen Einsatz und Ausbau von KI in der Stadtverwaltung
Künstliche Intelligenz (KI) ist eine der bedeutendsten Technologien unserer Zeit. Sie löst eine Welle an Innovationen und Diskussionen über die Zukunft von Technologie, Arbeit und gesellschaftlichem Zusammenleben aus. München ist heute deutschlandweit einer der führenden Standorte für KI-Forschung und -Innovation. Im Zuge des weiteren Ausbau auf dem Weg zu einer modernen, zukunftsfähigen Metropole hat das IT-Referat es sich zur Aufgabe gemacht, Rahmenbedingungen zu schaffen, um KI sinnvoll und verantwortungsvoll in der Verwaltung und städtischen Infrastruktur einzusetzen. Die Strategische Positionierung zu KI schafft eine Grundlage, um mittel- und langfristige Ziele der Digitalisierung zu erreichen und um nachhaltig von den Chancen der Technologie profitieren zu können.
Oberste Priorität ist es - im Sinne einer effizienten Stadtverwaltung - die Landeshauptstadt München weiter als attraktive Arbeitgeberin mit sicheren Arbeitsplätzen und größter Arbeitsqualität auszugestalten. KI kann Mitarbeitende und ihre Arbeits-umgebung unterstützen oder gar entlasten und den Bürgerinnen und Bürgern einen verbesserten Service zur Verfügung stellen. Die strategische Positionierung beschreibt den Einsatz von KI im Einklang mit den Werten der Landeshauptstadt München und ihren Beschäftigten im Interesse der Stadtgesellschaft.
Datenethikkodex
Verantwortung, Fairness und Transparenz als feste Werte im Umgang mit Daten
Im Kontext von datengetriebenen Technologien und beim intensiven Umgang mit Daten ergeben sich ethische Fragestellungen, wie beispielsweise nach dem Bias (der systematischen Verzerrung) trainierter Modelle im Kontext der KI. Der Datenethikkodex sensibilisiert für solche Fragestellungen und arbeitet heraus, was in diesem Kontext wichtig ist. Der Datenethikkodex betont, dass die Landeshauptstadt München auch im Kontext von Daten übergreifend Demokratie und Solidarität fördert. Ein wichtiger Aspekt dabei ist das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in das Handeln der Verwaltung. Selbstverständlich werden daher die gesetzlichen Anforderungen bezüglich des Datenschutzes berücksichtigt. Doch auch bei Gestaltungsentscheidungen darüber hinaus soll eigenverantwortliches Handeln entlang der im Datenethikkodex festgelegten Werte das Vertrauen fördern. Um zum Thema aufzuklären, werden beispielhaft ethische Fragestellungen im Kontext datengetriebener Technologien aufgeworfen.
Für den Datenethikkodex wurden vorhandene Kodizes anderer Städte und Organisationen sowie wissenschaftliche Literatur gesichtet und bezüglich ihrer Verbindlichkeit und Anwendbarkeit für die Landeshauptstadt München geprüft, um anschließend mithilfe eines wertebasierten Ansatzes die relevanten Dimensionen datenethischen Handelns herauszustellen.
Der Datenethikkodex der Landeshauptstadt München basiert auf den drei zentralen Werten „Verantwortung“, „Fairness“ und „Transparenz“:
Durch den Wert Verantwortung wird sichergestellt, dass die Auswirkungen datenbasierter Vorgehensweisen verstanden werden. Die Privatsphäre wie auch die
Datensparsamkeit werden auch bei der Kategorisierung von Daten berücksichtigt. Die sich im Zeitverlauf verändernden gesellschaftlichen Debatten und technologischen Möglichkeiten werden dabei aktiv reflektiert, um auch unter veränderten Rahmenbedingungen verantwortlich zu handeln. Zudem werden Datenbestände verantwortlich ausschließlich mit der dafür vorgesehenen Infrastruktur bearbeitet. Sofern es zu unerwünschten Nebenwirkungen kommt, wird verantwortlich und kooperativ nach Wegen zur Schadensverhütung und Anpassung der Prozesse gesucht.
Mit Fairness wird die Vermeidung von Diskriminierung und Ausgrenzung auf Grundlage datenbasierten Handelns angestrebt. Dies erfordert ein Bewusstsein über die Möglichkeiten und Grenzen datenbasierter Ansätze. Beispielsweise wird bei Trainingsdaten auf eine faire Verteilung geachtet um Datenverzerrung zu vermeiden. Sofern die Landeshauptstadt München Kenntnis über unerwünschte, diskriminierende Nebenfolgen eines datenbasierten Systems erhaltet, wird dieses modifiziert oder abgeschaltet. Zudem werden Herausforderungen und Fehler genutzt, um aus ihnen für die Zukunft zu lernen.
Transparenz stellt sicher, dass der Anwendungszweck von Daten für Entwickelnde, Nutzende und Betroffene nachvollziehbar wird. Zudem erwartet die Landeshauptstadt München von Lieferantinnen und Lieferanten, dass sie offenlegen, wie proprietäre, datenbasierte Systeme funktionieren und wie Daten dabei verwendet werden. Auch werden die Vorannahmen bei der Anwendung datengetriebener Technologien dokumentiert und kritische Entscheidungen stets unter Einbeziehung von mindestens zwei Personen getroffen.
Im Zuge der der Erarbeitung des Datenethikkodex wurden verschiedene Methoden erprobt, die im Prozess der Gestaltung und Nutzung von datengetriebenen Technologien genutzt werden können. So wurde anhand von zwei konkreten Vorhaben getestet, wie mithilfe des Datenethikkodex mögliche ethische Fragestellungen identifiziert und in der Folge adressiert werden können. Die Erkenntnisse und Methoden werden niedrigschwellig intern bereitgestellt, beispielsweise in einer bedarfsorientierten Datenethik-Sprechstunde.
Weitere Informationen: muenchen.digital/projekte/datenethikkodex
Dienstleistungsfinder
Nutzerfreundliche, mehrsprachige KI-Suchfunktion für städtische Dienstleistungen
Mit der neuen, innovativen KI-Suche im stadtweiten Dienstleistungsfinder auf muenchen.de hat das KI Competence Center des IT-Referats eine neue Art und Weise geschaffen, wie sich Bürgerinnen und Bürger oder Unternehmen über die von der Stadtverwaltung angebotenen Dienstleistungen informieren können. Der Dienstleistungsfinder ist eine zentrale Anlauf-stelle für alle Informationen zu den aktuell 1.400 angebotenen städtischen Dienstleistungen. Zu diesen zählen zum Beispiel die Beantragung von Personalausweisen, die Anmeldung von Wohnsitzen oder die Erteilung von Gewerbescheinen. Die neue KI-Suche nutzt das Verfahren namens Retrieval-Augmented Generation. Retrieval-Augmented Generation – kurz RAG – erweitert die für Sprachmodelle verfügbaren Informationen zur Beantwortung von Fragen oder Bearbeitung von Aufgaben.
Screenshot vom Dienstleistungsfinder auf der muenchen.de Seite -
Diese neue Architektur benötigt neben dem klassischen Sprachmodell zusätzlich zwei weitere Komponenten: eine Wissensdatenbank mit allen relevanten internen und externen Informationen sowie ein Embedding-Modell – ein spezialisiertes KI-Modell –, das die Texte in hochdimensionale Vektoren, sogenannte Embeddings, umwandelt. Durch die Embeddings werden mittels mathematischer Berechnungen die passenden Informationen zu einer Anfrage in der Wissensdatenbank gefunden und zurückgegeben. Bevor die Wissensdatenbank allerdings für Anfragen genutzt werden kann, müssen die darin enthaltenen Informationen zuerst in Embeddings umgewandelt werden. Dies passiert normalerweise außerhalb der Nutzungszeit oder bevor das System in Betrieb genommen wird. Wichtig ist hierbei auch, dass die Embeddings bei einerAktualisierung des jeweiligen Wissensartikels ebenfalls neu berechnet werden müssen.
Durch die Nutzung der RAG-Architektur können präzisere und relevantere Antworten für die Nutzenden generiert werden. Diese benutzerfreundliche Funktion macht es für die Bürgerinnen und Bürger damit einfacher denn je, die benötigten Informationen zu finden, ohne durch lange Listen von Dienstleistungen navigieren zu müssen. Die KI-Suche ist darauf ausgelegt, für alle erfassten Dienstleistungen zu funktionieren. Zudem können Anfragen an die KI-Suche in mehreren Sprachen gestellt werden. Die Informationen, die durch die KI-Suche bereitgestellt werden, sind besonders relevant für die Bürgerinnen und Bürger Münchens sowie für Unternehmen, die in der Stadt tätig sind.
Wichtig zu beachten ist, dass es für spezielle Themen auch andere Wissensartikel und Webseiten gibt, die derzeit noch nicht an die KI-Suche angeschlossen sind. Hier besteht Potenzial für zukünftige Erweiterungen und Verbesserungen des Dienstleistungsfinders.
Mit der Einführung der KI-Suche im Dienstleistungsfinder setzt die Landeshauptstadt München einen bedeutenden Schritt in Richtung Digitalisierung und Benutzerfreundlichkeit. Die Möglichkeit, Fragen in natürlicher Sprache zu stellen und sofort präzise Antworten zu erhalten, wird das Nutzungserlebnis für Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen erheblich verbessern. So wird ersichtlich, wie moderne Technologie dazu beitragen kann, den Zugang zu wichtigen Informationen zu erleichtern und die Kommunikation zwischen Verwaltung und Bürgerinnen und Bürgern sowie Unternehmen zu optimieren.
Der Dienstleistungsfinder ist verfügbar unter:
stadt.muenchen.de/buergerservice/ki-suche
Digitalisierungsvorhaben der Stadtkämmerei
Einführung ZAMMAD zur sicheren Kommunikation mit Bürgerinnen und Bürgern
Rechtskonforme, effiziente und transparente Kommunikation rund um (Grund-)Steuer-Anliegen
Mit der Einführung des Open-Source-Ticketsystems ZAMMAD für die Kommunikation mit Bürgerinnen und Bürgern der Stadt München wurde eine sichere digitale Plattform geschaffen. Im Jahr 2024 wurde zunächst der ZAMMAD-Betrieb für die Grundsteuer in Betrieb genommen. Das Ausrollen auf weitere kommunale Steuerarten ist für das Jahr 2025 vorgesehen.
ZAMMAD ist als digitaler Bürgerservice ein Ticketsystem, über das Bürgerinnen und Bürger ihre Anfragen strukturiert in einer webbasierten Lösung an die angebundenen Fachbereiche richten können. Gleichermaßen wird damit den Bürgerinnen und Bürgern erstmals die Möglichkeit gegeben, den aktuellen Bearbeitungsstand ihres Anliegens online verfolgen zu können. Die Bürgerinnen und Bürger profitieren von der innovativen Umsetzung in Form einer lückenlosen, effizienten und ökologischen Kommunikation auch in Hinblick auf eine schnellere Kommunikation, da ohne die Nutzung von ZAMMAD gemäß der aktuellen Rechtslage nahezu jede Anfrage in postalischer Schriftform zu beantworten ist. Über die Nutzung von ZAMMAD mit einem Benutzenden-Konto ist die Einhaltung vorgegebener Sicherheitsmaßgaben gewährleistet und die ausgetauschten Nachrichten erreichen nur die interagierenden Kommunikationsparteien.
Über ZAMMAD wurden alle bereits bestehenden Online-Services der Grundsteuer miteinbezogen.
Go-Live des Grundsteuerreform-Chatbots Muckl
KI‑basiertes, fachlich spezifiziertes Informations- und Austauschformat
Im Zuge der im Januar 2025 wirksam werdenden Grundsteuerreform sind verschiedene innovative Kommunikationskanäle ins Leben gerufen worden. Flankierend zur personengebundenen Lösung des ZAMMAD-Ticketsystems wurde ein KI-basierter Chatbot für die Grundsteuer aufgebaut. Der bisher schon allgemein nutzbare Chatbot Muckl liefert die technische Grundlage für den fachlich spezifizierten Muckl Grundsteuer. Neu ist dabei die Einbindung einer KI-Lösung zur Beantwortung von Sach- und Fachthemen.
Mit dem Grundsteuerreform-Chatbot wird für eine explizite kommunale Steuerart erstmals ein niederschwelliges KI‑basiertes Informations- und Austauschformat angeboten. Die Antworten der KI-Engine wurden von den Fachbereichen antrainiert und qualitätsgesichert.
Im Zusammenspiel von ZAMMAD und dem Chatbot Muckl Grundsteuer sind wesentliche Pilotprojekte für einen innovativen digitalen direkten Kontakt der Stadtgesellschaft zur Stadtkämmerei erfolgreich live gegangen.
Digitalisierungsvorhaben in der Stadtplanung
DiPlanCockpit Pro -Herzstück der DiPlanung
Ende-zu-Ende-digitalisierte Verfahrensführung in der Bauleitplanung,Raumordnung und Planfeststellung
Das Verfahren zur Aufstellung, Änderung, Ergänzung oder Aufhebung von Bebauungsplänen ist ein durch das Baugesetzbuch vorgegebener Prozess, in dessen Verlauf die verschiedenen Interessen der Öffentlichkeit, Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange Berücksichtigung finden und der mit einem erheblichen Steuerungsaufwand für die durchführenden Planungsträger verbunden ist. Die Planung durchläuft zahl-reiche Abstimmungen, Beteiligungen und politische Entscheidungsprozesse, die letztendlich zum Beschluss des Bebauungsplans führen.
Die Hansestadt Hamburg entwickelt mit dem Onlinezugangsgesetz-Umsetzungsprojekt „Bürgerbeteiligung und Information“ (DiPlanung) eine umfassende, webbasierte Lösung zur vollständigen und integrativen Verfahrensführung in der Bauleitplanung, Raumordnung und Planfeststellung. Das Herzstück der DiPlanung bildet die Komponente „DiPlanCockpit Pro“. Im Oktober 2023 hat der Freistaat Bayern eine Verwaltungskooperation über die Zusammenarbeit bei der Digitalisierung im Bereich Planen und Bauen mit der Hamburger Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen geschlossen, die eine Nachnutzung in Bayern ermöglicht. Seit Mitte 2024 arbeiten vier Arbeitsgruppen auf Landesebene an der Einführung der Software in Bayern. Das Referat für Stadtplanung und Bauordnung hat zusammen mit Nürnberg die Federführung für die Anforderungen und Bedarfe der bayerischen Großstädte übernommen. Unter dieser Federführung wird im Jahr 2025 eine bayernweite Musterzeitplanung mit Musteraufgaben für das Bebauungsplanverfahren entwickelt, die in DiPlanCockpit Pro als Steuerungstyp ausgewählt werden kann. Darüber hinaus sollen weitere Funktionsanpassungen und Funktionserweiterungen in DiPlanCockpit Pro umgesetzt werden. Ein aktiver Einsatz der Software in der Münchner Verwaltung wird für das erste Quartal 2026 angestrebt. Zurzeit arbeiten die Stadtplanung und der GeodatenService München an der Überführung der knapp 3.000 Münchner Bebauungspläne in den Standard XPlanung, welche im System DiPlanCockpit Pro hinterlegt werden. XPlanung ist der gesetzlich verbindlich anzuwendende Datenstandard und das Datenaustauschformat für IT-Verfahren, die Planwerke der Raumordnung, Landes- und Regionalplanung, Bauleitplanung und Landschaftsplanung betreffen.